Eingeschlossen zwischen den Gebirgsketten des Großen und Kleinen Kaukasus war die Region als geopolitischer Knotenpunkt stets durch Einflüsse anderer Mächte und Kulturen geprägt. Trotz dieser Einflüsse entwickelten sich hier Kulturen und Sprachen, die bis in die Gegenwart überdauert haben. Georgien, Armenien und Aserbaidschan sind die Länder im Südkaukasus, die diese Kulturen und Sprachen heute beherbergen.

Wenn es um Kaukasus geht, beruht die westliche Wahrnehmung zumeist auf Stereotypen wie „wild“, „gefährlich“, „stolz“ und „grausam“. Die Region wird als ein ethnischer Flickenteppich gesehen. Dieses Konstrukt ist zugleich ein Ergebnis der westeuropäischen Sichtweise, deren Wurzeln weit in der Geschichte zurückliegen. Historisch, kulturell, wirtschaftlich, religiös, ethnisch und politisch gesehen, zeigt sich die Region vielschichtig und facettenreich. 

 

Das Baltikum

Estland, Lettland und Litauen sind die drei kleinsten Festlandsstaaten Europas und liegen am nordwestlichen Rand der osteuropäischen Tiefebene im Einzugsgebiet der Ostsee.

Die drei Staaten („das Baltikum“) mögen bei undifferenzierter Betrachtung als eine Einheit wirken. Doch obwohl Estland, Lettland und Litauen durch viele historische und natürliche Faktoren miteinander verbunden sind, existieren wichtige Unterschiede u.a. in kultureller, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht.